Liebe PFF Besucher*innen,
ich möchte einige Gedanken zum Positive Futures Festival mit euch teilen. Hinter dem Festival steckt ein Team von musikbegeisterten Menschen, die über das Jahr verteilt in den unterschiedlichsten Ländern, auf den vielfältigsten Festivals faszinierende und oft unbekannte Music Acts kennenlernen. All diese Entdeckungen werden für das Festival Programm zusammengetragen.
Daraus entsteht das PFF, ein Festival für Outernational Music, das in verschiedenen Innsbrucker Locations stattfindet. Bei uns geht es nicht um Genres oder Superstars. Wir bieten unterrepräsentierten Künstler*innen aus diversen Musikrichtungen, Ländern und Kulturen eine Bühne. Wir verstehen Outernational Music als einen progressiven, erfrischenden Ausdruck einer sich stetig verändernden Welt und wir setzen uns über wahrgenommene, metaphorische und ganz reale Grenzen hinweg.
Das PFF soll ein überregionaler Leuchtturm für abenteuerliche und inspirierende Kunst werden. Dabei ist es uns auch sehr wichtig mit kreativen Innsbrucker Kollektiven zu kooperieren und jungen Talenten eine Plattform im Rahmen des Festivals zu bieten. Für 2026 haben wir das EAT network, die Kulturvereine Talstation, Wissenschaft und Verantwortlichkeit (WuV), das Theater präsent, sowie die Vereine Kunst im öffentlichen Raum, Grund1535 und die Bogengazette eingeladen mit uns gemeinsam einige Abende und Inhalte zu gestalten.
“Empathy Over Opinion” – unsere Kernaussage. Wir leben in einer Zeit, in der Nationalismus, Leitkulturdebatten und Schubladendenken an der Tagesordnung sind. Uns ist bewusst, dass wir nicht auf einmal die Welt verändern können. Wenn wir allerdings bei uns anfangen, unser Umfeld durch Courage, Empathie und Aufgeschlossenheit gegenüber unbekannten Menschen aus fremden Ländern und Kulturkreisen beeinflussen, sind wir überzeugt, uns gemeinsam Schritt für Schritt in eine positive Zukunft zu bewegen.
Was ich euch für einen Besuch beim Positive Futures Festival ans Herz legen möchte, ist etwas, das mir selbst sehr oft in meinem Leben die meiste Freude beschert hat: Lasst euch ein auf das Unbekannte, auf neue Acts und Performances, Ihr werdet überrascht sein, was es zu erleben gibt.
Danke an alle Menschen, die beim Festival mitwirken, an unsere Fördergeber*innen und Sponsor*innen, an alle Locations und deren Verantwortliche, die uns beherbergen und an all die vielfältigen Inspirationsquellen – ohne euch würde das Positive Futures Festival in dieser Form nicht stattfinden.
Ich wünsche euch ein schönes, ereignisreiches und anregendes Festival. Bleibt offen und neugierig.
Im Namen des gesamten PFF-Teams.
Euer Martin
„Hier wird nicht belehrt, hier gibt’s nichts zu verstehen – nur zu fühlen.“
PFF Rabbit Hole System, oder:
I can make a radio break
Communities lassen sich nicht ad hoc herstellen. Sie entstehen nicht am Reißbrett, nicht durch Berechnung oder algorithmische Wahrscheinlichkeit. Sie wachsen chaotisch, mäandern, graben Gänge, schlagen unerwartete Richtungen ein. Sie laden sich auf, entwickeln Eigensinn und Antrieb.
charged up
had enough power and the drive
Rhizome, Pilze und Flechten hatten ihren großen Auftritt in der Theoriebildung der vergangenen Jahre, wo sie als Metaphern für Verwobenheit und Relationalität in Kunst und Gesellschaft eine prominente Stellung eingenommen haben. Im Falle des PFF bleiben wir aber lieber beim Bild eines organisch wachsenden, sich stetig verändernden Baus. Dieser Bau – nennen wir ihn PFF Rabbit Hole System – gehört einer vielstimmigen Community und lässt sich mindestens doppelt lesen. Einerseits entwirft er eine topographische Imagination unserer Stadt, in der kreative und subkulturell relevante Räume seit nun schon einigen Jahren in erschreckendem Tempo erodieren, deren verbleibende Spielorte aber umso energischer mit permanenter Sichtbarkeit markiert werden müssen. Andererseits bildet das PFF Rabbit Hole System ein Lineup ab, das sich – yours truly![1] – durch eine ausgeprägte Outernationality auszeichnet und eine polyphone Kartographie kultureller und künstlerischer Praxen entwirft.
fade into my choral grin
I am a trumpet and I have arrived
Für das vierte PFF setzen wir stärker denn je auf Kollaborationen und nisten uns temporär in einigen Rabbit Holes ein, die bisher noch nicht Spielort des Festivals waren. So gastieren wir heuer erstmals im Theater praesent, wo wir das PFF soft und klein & widerständig eröffnen. Zum ersten Mal gibt’s außerdem eine PFF Residency: Gemeinsam mit Grund1535 haben wir die Künstlerin Rafaele Andrade eingeladen. Sie wird den Oktober hindurch in Rietz an neuem Material arbeiten und dieses ebendort wie auch beim PFF vorstellen. Weitere Kollabos präsentieren wir etwa zusammen mit KÖR, dem EAT Network sowie dem Wiener Kollektiv Southgemacht, das am letzten Abend des PFF eine ihrer legendären Ausländerhaus-Parties hosten wird. Wir werden zusammen mit Clar Gallistl in der neu installierten PFF Sprechstunde über unsere Superkräfte[2] nachdenken. Die Stadtbibliothek bespielen wir mit dem PFF Salon: Sam Zamrik und Andreas Oberprantacher werden dort über Vielstimmigkeiten und das [Zu]hören in einer »messy world« sprechen. Die neue Bogengazette wird im Rahmen des PFF im Kulturbogen55 präsentiert und – Highlight, ich schwöre! – PFF goes Schwarzmanderkirche.
I can make a radio
Das PFF Rabbit Hole System ist in full swing: Wir schauen nach Mauretanien und nach Norduganda und hören hin auf Griot Desert Blues und Gqom Industrial Afrofuturism. Wir schauen in die Levante und den arabischen Klangraum und öffnen unsere Ohren für Beirut Noise Rock oder Avantgarde Shaabi. Wir schauen in peripher(er)e europäische Regionen und machen auf für Minimalist Drone Folk aus der Auvergne, Crank Wave Hypno Kraut aus Lissabon oder Dream Pop Neo Flamenco aus Alicante. Wir schauen auf britische Gegenkulturen und freuen uns auf Deconstructed Post Club, Queer Cabaret Rave oder Dark Industrial Ritual. Wir schauen uns Murnaus Nosferatu mit einem Southern Gothic Chamber Duo Live Score an. Wir schauen in die Ukraine und reimaginieren Hildegard von Bingen in einem Medieval Modular Mysticism.
I can make a radio break[3]
In diesem Sinne: Willkommen beim PFF 2026.
Renate Plieseis
[1] So attestierte uns das komplex Kulturmagazin 2025 „ein Lineup wie eine Watschn“. Lieben wir!
[2] Clar Gallistl: Soft Power, Wien: Wasser Publishing, 2026.
[3] Circuit des Yeux: „Canopy of Eden“, in: Halo On The Inside, 2025.
Das Positive Futures Festival wird nach den Kriterien von Green Events Tirol basic geplant und umgesetzt. Alle Veranstaltungen außer die Performance am Do. 15.10.26 in der Pfarre Mariahilf, sowie die Konzerte am Fr. 23. sowie Sa. 24.10. im Bartibae in St. Bartlmä 3 sind barrierefrei zugänglich.
Dein Beitrag: Umweltfreundlich Anreisen for a Positive Future. Alle Veranstaltungsorte sind mit Öffis erreichbar und Fahrradabstellplätze sind vorhanden.
Ermäßigungen gibt für alle Besucher*innen unter 25 Jahren im Rahmen des Vorverkaufs. Freier Zutritt zu allen Veranstaltungen für Besitzer*innen des Kulturpasses Hunger auf Kunst und Kultur. Infos dazu finden sie auf https://www.hungeraufkunstundkultur.at
Unser Catering für Musiker*innen und Team besteht aus vegetarischem und veganem Essen, das wir so gut es uns möglich ist lokal und regional besorgen. Beim Catering und im Ausschank werden ausschließlich Mehrwegflaschen, -geschirr, -besteck und -becher verwendet.
Bei Fragen zu Barrierefreiheit oder Sonstigem bitte bei Martin Bleicher, info@positive-futures.at oder telefonisch unter +43-664-5298718 melden.
BE KIND. BE RESPECTFUL. BE SAFE.
The Positive Futures Festival is a shared space where we come together to celebrate music, art, and community. We are committed to creating a safe and inclusive environment for everyone. We have a zero-tolerance policy for harassment, discrimination, or violence of any kind.
REMEMBER TO:
Be Respectful. Treat everyone with kindness and honour boundaries.
Ask First. Consent is mandatory for any physical interaction.
Speak Up. If you see or experience something that makes you or someone else uncomfortable, tell us.
Cherish the Experience. Disruptive behaviour that interferes with the enjoyment or safety of others is not acceptable.
REPORTING:
Find a Staff Team member (in identifiable t-shirts) or Security.
We are here to listen without judgement.
To keep this festival safe and welcoming, anyone engaging in unacceptable behaviour may be asked to leave.